Kommentar

von Peter Nied

Der Solinger Pflege - und Betreuerstammtisch kommt wohl zur rechten Zeit. Auf politischer Ebene ist es zu einer Unart gekommen, die Zahlen in allen betroffenen Bereichen schön zu rechnen. Demnach könnte man auch sagen, gestern standen wir am Abgrund, heute sind wir einen Schritt weiter. Diese Ignoranz wird gefährliche Folgen haben. Und so läuft das Alten-Pflegesystem total ais dem Ruder. Prof. Stefan Sell (Sozialwissenschaftler) sieht uns gar auf eine Katastrophe zulaufen.
Wenn 8.000 neue Stellen (es wären dann 0,57 Neueinstellungen pro Einrichtung) umgesetzt werden sollten, ist das Wasser auf heißem Stein. Neueste Berechnungen zeigen einen Bedarf von 100.000 notwendigen Stellen.

Spätestens wenn Menschen aus den Jahrgängen der 1960er und 1970er Jahren pflegebedürftig werden, wird es der Altenpflege das Genick brechen. Und spätestens dann werden die Betreiber der Altenpflegeeinrichtungen verstehen müssen, dass ständige Optimierung des Personals nicht der richtige Weg ist. Dann wird man sich darauf besinnen müssen, "Die Menschenwürde ist in Art. 1 Abs. 1 GG garantiert." Eben das ist nur garantiert, wenn eine Einrichtung mit ausreichendem Personal ihren Pflegetag 24 Stunden lang zufriedenstellend bewältigen kann und möchte.

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