Aktuelles vom Arbeitsmarkt

Der Arbeitsmarkt im Städtedreieck im Januar

Solingen/Die aktuellen Zahlen zum Arbeitsmarkt im Städtedreieck teilt heute das Arbeitsamt mit:"

    28.164 Menschen aktuell im Januar arbeitslos, 1.315 mehr als im Dezember, aber 2.369 weniger als vor einem Jahr
    Arbeitslosenquote steigt auf 8,7 Prozent im bergischen Städtedreieck
    Über 5.000 Arbeitskräfte werden gesucht
    Jugendarbeitslosigkeit deutlich unter Vorjahr

„Die Arbeitslosigkeit ist wie erwartet im bergischen Städtedreieck im Januar gestiegen. Dieser Anstieg ist ganz saisontypisch, also üblich für den Januar, da zum Jahresende viele befristete Arbeitsverträge auslaufen. Erfreulich ist, dass die Zunahme der Arbeitslosigkeit niedriger ist als im Durchschnitt der letzten drei Jahre und auch die aktuelle Arbeitslosigkeit um rund 2.300 niedriger ist als vor einem Jahr. Die Jugendarbeitslosigkeit ist aktuell gestiegen, liegt aber deutlich niedriger als vor einem Jahr. Aufgrund des Fachkräftebedarfs werden zunehmend die jungen Leute, die jetzt ihre zweieinhalb oder dreieinhalbjährigen Ausbildungen abgeschlossen haben, nahtlos von den Unternehmen übernommen“, erläutert Martin Klebe, Chef der Agentur für Arbeit Solingen-Wuppertal.
Entwicklung der Arbeitslosigkeit
Im bergischen Städtedreieck steigt die registrierte Arbeitslosigkeit im Januar auf nun 28.164 arbeitslose Frauen und Männer. Damit sind aktuell 1.315 Menschen mehr arbeitslos als im Dezember, aber 2.369 Personen weniger als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote für die drei Städte steigt von 8,3 Prozent im Dezember auf aktuell 8,7 Prozent (Januar 2017: 9,5 Prozent).
Von der Agentur für Arbeit Solingen-Wuppertal wurden im Januar insgesamt 7.783 Männer und Frauen ohne Job im Rechtskreis SGB III betreut. Das sind 750 Personen mehr als im Dezember, aber 647 weniger als vor einem Jahr. Im Rechtskreis SGB II, für den die Jobcenter zuständig sind, wurden in Solingen, Remscheid und Wuppertal 20.381 Arbeitslose betreut und damit 565 mehr als im Dezember, aber 1.722 weniger als vor einem Jahr.
Unterbeschäftigung
Regelmäßig weist die Bundesagentur für Arbeit die Unterbeschäftigung aus. Hier werden zusätzlich zu den registrierten Arbeitslosen auch die Personen abgebildet, die als Teilnehmer an arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen wie Aktivierungsmaßnahmen oder aus sonstigen Gründen nicht als Arbeitslose gezählt werden.
Die Unterbeschäftigungsquote bildet alle Personen ab, denen ein reguläres Beschäftigungsverhältnis fehlt. Also die registrierten Arbeitslosen zuzüglich der Personen, die nicht als registrierte Arbeitslose zählen, weil sie an einer Maßnahme teilnehmen oder einen arbeitsmarktbedingten Sonderstatus haben. Die Unterbeschäftigungsquote ist also vergleichbar mit der Arbeitslosenquote, wenn es die Maßnahmen oder den Sonderstatus nicht geben würde.
Die Unterbeschäftigungsquote im bergischen Städtedreieck sinkt von 13,9 Prozent im Dezember auf aktuell 13,8 Prozent (NRW ca. 10 Prozent. Im Januar 2017 betrug diese ebenfalls 13,9 Prozent. In der Unterbeschäftigungsquote bildet sich deutlich der sehr unterschiedlich starke Einsatz der arbeitsmarktpolitischen Instrumente in den drei Jobcentern ab. Denn in Remscheid sind 1.622, in Solingen 2.453 und in Wuppertal 14.229 Menschen zusätzlich zu den arbeitslosen Menschen in der Unterbeschäftigung.
Zählt man alle Personen, die im Januar eine Erwerbstätigkeit anstreben, zu den gesetzlich definierten Arbeitslosen von 28.164  in den drei Städten hinzu, ergibt sich eine „Unterbeschäftigung“ von 46.470 Personen. Dies sind 237 weniger als im Dezember, aber 74 mehr als vor einem Jahr. Der Anteil der Arbeitslosigkeit beträgt damit im bergischen Städtedreieck 60,6 Prozent – in NRW ca. 73 Prozent.
Stellenentwicklung
Die Nachfrage nach Arbeitskräften ist gegenüber Dezember gesunken. Neben den Betriebsferien Anfang Januar liegt dies auch an der nasskalten Witterung, die die Auftragslage in den Außenberufen beeinträchtigt. Konkret wurden in diesem Monat der Arbeitsagentur 1.098 offene Stellen gemeldet, 156 weniger als im Dezember, aber 74 mehr als vor einem Jahr. Insgesamt sind im bergischen Städtedreieck aktuell 5.072 freie Stellen gemeldet. Das sind 1.089 Stellen mehr als vor einem Jahr (+27,3 Prozent). 4.578 und damit 90,3 Prozent aller Stellen sind unbefristet, 626 Stellen oder 12,3 Prozent werden in Teilzeit angeboten. Besonders gesucht sind Fachleute aus den Bereichen Metallerzeugung,-bearbeitung, Medizinische Gesundheitsberufe, Maschinen- und Fahrzeugtechnikberufe, Verkehr und Logistik sowie Mechatronik, Energie- und Elektroberufen.
Entwicklung der Jugendarbeitslosigkeit
Aktuell sind 2.686 junge Menschen von 15 bis 24 Jahre arbeitslos gemeldet. Das sind 109 mehr als im Dezember, aber 309 Personen oder 10,3 Prozent weniger als vor einem Jahr. Die jungen Leute nach den zweieinhalb oder dreieinhalbjährigen Ausbildungen, die insbesondere im gewerblichen oder handwerklichen Bereich vorkommen, werden zunehmend direkt nach der Ausbildung in ein Arbeitsverhältnis übernommen und melden sich gar nicht arbeitslos.
 
Entwicklung der Arbeitslosigkeit von Ausländern
Die Ausländerarbeitslosigkeit ist im Vergleich zum letzten Monat parallel zur allgemeinen Arbeitslosigkeit gestiegen. Aktuell sind 10.884 Ausländer arbeitslos gemeldet, 474 Personen mehr als im Dezember, aber 602 Menschen weniger als im Januar vor einem Jahr. Damit haben 38,6 Prozent der Arbeitslosen im bergischen Städtedreieck einen ausländischen Pass.
Die Situation auf dem Arbeitsmarkt in den drei Städten im Einzelnen
Beigefügte Grafik zeigt, wie sich die Arbeitslosigkeit in den drei Städten sowie im gesamten Städtedreieck im Vergleich zum letzten Jahr entwickelte:
 
Veränderung des Bestandes an Arbeitslosen gegenüber dem Vorjahresmonat
 
Der Arbeitsmarkt in Remscheid
Die Arbeitslosigkeit in Remscheid ist gestiegen. Aktuell sind 4.854 Menschen arbeitslos gemeldet, 231 mehr als im Dezember, aber 311 Personen oder 6,0 Prozent weniger als im Januar vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote steigt von 8,0 Prozent im Dezember auf aktuell 8,4 Prozent. Vor einem Jahr betrug die Arbeitslosenquote im Januar noch 8,9 Prozent.
Es meldeten sich 956 Personen im Januar neu oder erneut arbeitslos und 740 Menschen konnten ihre Arbeitslosigkeit beenden.
Arbeitgeber meldeten im Januar 208 freie Arbeitsstellen in Remscheid. Insgesamt werden in Remscheid damit 1.176 Arbeitskräfte gesucht, das sind 122 Stellen oder 11,6 Prozent mehr als vor einem Jahr.
Besonders gesucht sind in Remscheid derzeit Fachleute und Helfer aus den Bereichen Metallerzeugung und -bearbeitung, Metallbau, Schutz-, Sicherheits- und Überwachungsberufe, Verkehr, Logistik sowie Maschinen- und Fahrzeugtechnikberufe.
Die Unterbeschäftigungsquote in Remscheid steigt von 10,7 Prozent im Dezember auf aktuell 10,9 Prozent. Im Januar 2017 lag sie bei 11,4 Prozent. Der Anteil der Arbeitslosigkeit an der Unterbeschäftigung beträgt aktuell 74,9 Prozent – vor einem Jahr lag sie bei 76,5 Prozent.
Der Arbeitsmarkt in Solingen
Im Januar sind in Solingen 6.858 Menschen arbeitslos gemeldet, 169 mehr als im Dezember, aber 679 weniger als im Januar vor einem Jahr.
 
Die Arbeitslosenquote steigt von 7,8 Prozent im Dezember auf aktuell 8,0 Prozent; vor einem Jahr belief sie sich auf 8,8 Prozent.
In Solingen meldeten sich im Januar 1.304 Personen neu oder erneut arbeitslos und 1.129 Personen konnten ihre Arbeitslosigkeit beenden.
Arbeitgeber meldeten im Januar 297 freie Arbeitsstellen in Solingen. Insgesamt werden in Solingen damit 1.765 Arbeitskräfte gesucht, das sind 697 Stellen oder 65,3 Prozent mehr als vor einem Jahr.
Besonders gesucht sind in Solingen derzeit Fachleute und Helfer aus den Bereichen Metallerzeugung, -bearbeitung, Metallbau, Maschinen- und Fahrzeugtechnikberufe, Medizinische und nichtmedizinische Gesundheitsberufe, Verkehr und Logistik sowie Mechatronik.
Die Unterbeschäftigungsquote in Solingen beträgt wie im Dezember aktuell 10,6 Prozent. Im Januar 2017 lag sie bei 11,5 Prozent. Der Anteil der Arbeitslosigkeit an der Unterbeschäftigung beträgt 73,7 Prozent – vor einem Jahr lag sie bei 75,6 Prozent.
Der Arbeitsmarkt in Wuppertal
Die Arbeitslosigkeit in Wuppertal ist im Januar auf 16.452 Personen gestiegen. Das waren 915 Arbeitslose mehr als im Dezember, aber 1.379 Menschen weniger als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote steigt von 8,7 Prozent im Dezember auf aktuell 9,2 Prozent. Vor einem Jahr im Januar belief sich die Quote auf 10,0 Prozent.
„Die Zahl der registrierten Arbeitslosen veranschaulicht nicht die gesamte Situation aller Jobsuchenden auf dem Arbeitsmarkt in Wuppertal. Der Gesetzgeber hat festgelegt, dass auch Teilnehmer an Aktivierungs- oder Weiterbildungsmaßnahmen sowie Arbeitsgelegenheiten nicht als arbeitslos geführt werden, obwohl auch sie aktuell kein Beschäftigungsverhältnis haben, aber prinzipiell eine Beschäftigung suchen. Wenn man diesen Personenkreis- offiziell nennt sich dies Unterbeschäftigung- einbezieht, so suchen in Wuppertal im Januar insgesamt 30.681 Menschen eine Arbeit, das sind 1.008 mehr als vor einem Jahr. Auch wenn immer weniger Menschen, die einen Job suchen, als Arbeitslose registriert sind, hat sich die Entwicklung zum letzten Jahr folglich verschlechtert“, erklärt Martin Klebe.
In Wuppertal meldeten sich im Januar 3.804 Personen neu oder erneut arbeitslos und auf der anderen Seite konnten 2.908 Personen ihre Arbeitslosigkeit beenden.
Arbeitgeber meldeten im Januar 593 freie Arbeitsstellen in Wuppertal. Insgesamt werden in Wuppertal damit 2.131 Arbeitskräfte gesucht, das sind 270 Stellen oder 14,5 Prozent mehr als vor einem Jahr.
Besonders gesucht sind in Wuppertal derzeit beispielsweise Fachkräfte und Helfer in den Medizinischen und nichtmedizinischen Gesundheitsberufen, Metallerzeugung, -bearbeitung, Metallbau, Maschinen- und Fahrzeugtechnikberufe, Verkehr und Logistik sowie Erziehung.
Um die Situation auf dem Wuppertaler Arbeitsmarkt transparent zu machen, ist neben den arbeitslos gemeldeten Menschen auch ein Blick auf diejenigen erforderlich, die sich in Maßnehmen der Arbeitsmarktpolitik befinden und daher per Gesetz nicht als arbeitslos gelten. Dies ist insbesondere in Wuppertal notwendig, weil sich dadurch die Zahl der arbeitssuchenden Menschen noch einmal nahezu verdoppelt.
Konkret sind in Wuppertal 16.452 Menschen arbeitslos gemeldet und zusätzlich 14.229 Menschen befinden sich in Maßnahmen der Arbeitsmarktpolitik oder haben einen arbeitsmarktbedingten Sonderstatus, die sie nicht als arbeitslos zählen lässt. Ohne den Einsatz dieser Maßnahmen, bzw. ohne den Sonderstatus wären in Wuppertal im Januar 30.681 Menschen arbeitslos und damit 1.008 Menschen oder 3,4 Prozent mehr als vor einem Jahr.
 
Die Unterbeschäftigungsquote in Wuppertal ist von 16,4 Prozent im Dezember auf aktuell 16,1 Prozent gesunken. Im Januar 2017 lag sie bei 15,8 Prozent. Der Anteil der Arbeitslosigkeit an der Unterbeschäftigung beträgt 53,6 Prozent – vor einem Jahr lag sie noch bei 60,1 Prozent."

 

Foto Nied

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