Die Lieferfrauen

De Liewerfrauen

Ohne die Frauen der Heimarbeiter wäre, schlicht gesagt, die Arbeit in den Kotten nicht zu bewältigen gewesen. Somit sind sie ein Stück der frühen Schneidwarengeschichte Solingens. Die Arbeit der Lieferfrauen war eine körperlich sehr schwere Tätigkeit. Schon mit 14 Jahren begannen die Mädchen mit der schweren Transportarbeit. Regen, der im Bergischen Land sehr häufig vorkommt, erschwerte diese Arbeit zusätzlich. Bis zu 300 Messer wurden in einem geflochtenen Korb auf dem Kopf getragen. Das war ein Gewicht bis zu 20 Kg, die den weiten, oft stets ansteigenden, Weg von den Kotten an der Wupper und den Bächen als Halbfertigware in die Fabriken getragen wurde.
Unter dem Korb, also direkt auf dem Kopf, lag ein Tragering. Dieser Ring war gefüllt und aus festem Stoff.

Von manchen Kotten aus waren die Frauen über zwei Stunden lang unterwegs. Die Lieferfrauen trugen dunkelblaue Kleider, weiß gestreift mit einer Schürze darüber. Viele Witwen mussten diese Tätigkeit als Vollerwerb verrichten, wobei die Entlohnung eben für den Unterhalt reichte.
Mitte der 1920er Jahre sah man im Solinger Stadtbild immer weniger dieser fleißigen Lieferfrauen.

Foto Stadtarchiv

 

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