Bergwerke in Solingen

Tief unter der Erde
Solingen/Bergwerke gab es in Solingen zwei, die noch bekannt sind, und gegraben wurde dort nach Bodenschätzen, die man in der Erde vermutete.
 

Die sogenannten „Kohlelöcher“ am Lukasweg brachten zwar keine ausgiebigen Schätze hervor, dafür aber spannende Geschichten. Eine der hartnäckigsten Geschichten ist die Behauptung, dass ein Stollen bis unter die Kirche von Witzhelden reicht. Das ist so irreal wie unbelegt.
Dieser gesamte Berghang gehörte einst zum Rittersitz Bechhausen. Im 18. Jahrhundert war dieser dann im Besitz derer von Hücking. Grabplatten dieser Familie liegen in der Witzheldener Kirche. Adam Hücking soll versucht haben, im „Schwarzen Siefen“ Kohlen zu schürfen. Etwa 1740 legte dessen Sohn Johann Bertram Ferdinand zwei Stollen an. 1772 erneuerte der Solinger Messerschmied Flügel diese Versuche.

Weitere Versuche vor Ort Kohle zu finden gab es 1826 und in den 1940er Jahren. Alles verschlang enorm viel Geld, kostete viel Schweiß und blieb dennoch ohne jeden Erfolg. Unser Autor stieg 1962 das letzte Mal in den Hauptstollen und konnte durch zwei Stollen je ca. 50 Meter in den Berg hinein gehen bzw. kriechen. Am Ende des Hauptstollens war eine kleine Lache, die durch einen senkrechten Fallschacht ablief und in die Wupper mündete.
Eine weitaus umfangreichere Chronik weist das Bleibergwerk in Höhscheid , Neuenhaus, aus. Hier gab es in zwei Zechen mit 5 senkrechten Schächten, die zum Teil über 75 Meter tief waren und auf einen waagerechten Schacht trafen. Das Steigerhaus steht auch heute noch unter Denkmalschutz. Bei den Anlagen handelt es sich um die Zeche „Kleeblatt“ (1794-1811), die wegen Wassereinbruch stillgelegt wurde. Und als Wiederinbetriebnahme die Zeche „Julie“ (1861-1889).
Seinen Anfang nahm dieser Solinger Bergbau, damals noch als Stadt Höhscheid, bei Ausbauarbeiten der Straße von Solingen zum Rheinhafen Hitdorf, der für die heimische Schneidwarenindustrie von Bedeutung war.

Im Jahre 1754 wurden dann extrem schwere Steine mit Bleiglanz vor Ort gefunden. Der Solinger Bürgermeister Johann Knecht sicherte sich die Rechte und erst am 23.12.1776 wurde mit den Grabungen begonnen. Eigens dazu holte man sich Fachkräfte aus verschiedenen Bergbaugebieten, zum Beispiel aus dem Erzgebirge. Man förderte Erze und Schwefelkies. Mit 12 Mitarbeitern förderte man im Jahr 1854 stolze 45 Tonnen Erz.
Stolleneingänge und Schächte sind heute versperrt und verfüllt. In den 1950er Jahren gab es auf den Feldern rechts der Straße immer wieder einmal Erdeinbrüche, wenn die alten Stollen zusammensanken, berichtet ein Anwohner.
      
 Erstellt von Peter Nied

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Kommentare: 2
  • #1

    Gabriele (Mittwoch, 09 Mai 2018 12:08)

    Danke für den tollen und interessanten Beitrag!
    Gerne mehr!

  • #2

    U.Langenberg (Freitag, 11 Mai 2018 07:58)

    Interessanter Beitrag, bitte mehr!