der Kommentar

Mal eben ein Pflaster drauf?
ein Kommentar von Peter Nied

Man sollte meinen, dass die Pflege nun plötzlich zum Standardauftritt der Politik geworden ist. Vielleicht ist es aber auch nur ein Sommerloch, wobei man keinem den guten Willen absprechen sollte. 
Schaut man sich die spontanen Warnstreiks in den Uni-Kliniken Düsseldorf und Essen an, kann es aber auch der Druck auf die Politik sein. Die privaten Arbeitgeber wollen den flächendeckenden Tariflohn verhindern und Rainer Brüderle (FDP) steht ihnen tatkräftig zur Seite. Minister Jens Spahn sieht auch die Notwendigkeit zu mehr Personal und besserer Bezahlung. Er weiß nur noch nicht genau, wie man das in die Praxis umsetzen kann. Und die Kanzlerin schaut einmal in ein Altenpflegeheim und ist sichtlich berührt. Auch Frau Merkel sieht Handlungsbedarf. Die eigentliche Antwort auf das Problem ist relativ einfach. Ob nun Krankenhäuser oder Altenpflegeeinrichtungen, es fehlt ausreichend Personal und gerechte Bezahlung. Konfessionelle und kommunale Einrichtungen sind dabei, allerdings mit Einschränkungen, auf dem richtigen Weg aber die privaten Einrichtungen schießen den Vogel auf dem Markt ab. Die ganze Pflege wird immer mehr zum lohnenden Tummelplatz von Anlegern und Aktionären. Die Solinger Klinik zum Beispiel ist ein rein wirtschaftliches Unternehmen dass einen guten Gewinn erwirtschaften muss. Und wo kann der Renditejäger schnell und gut abschöpfen? Es sind die Löhne und der Personalschlüssel. Und solange sich hierbei nichts ändert, werden auch die Pflege und die dort Beschäftigten am Stock gehen.


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