Die Macht der Worte

Die Vorfälle in den beiden Solinger Freibädern erweist sich wieder einmal als äußerst sensible Schnittstelle. Selbstredend, dass die Emotionen hochkochen. Auch ganz natürlich ist, dass man die Gruppen der Täter näher bezeichnen darf und sollte (sofern sie denn eindeutig erwiesen sind). Man sollte jedoch auch auf seine Wahl der Worte achten und nicht Straftaten mit Androhung von Selbstjustiz beantworten.

Zwei Tendenzen bereiten allerdings Anlass zu großer Sorge. Es sind die festgefahrenen Ansichten der Weltanschauungen der Diskutanten. Da bieten die einen ihre ganze Kreativität an Hetze und Vergeltung gegen die Täter auf, während die andere Seite mit Nachdruck bemüht ist zu relativieren. Es ist doch wohl absolut egal, ob die Täter Ausländer oder Deutsche sind. Der Straftatbestand als
solcher ist mehr als bedenklich. Und da muss ohne Vorbehalt offen und sachlich drüber gesprochen/geschrieben werden. Von dieser Zerstrittenheit profitiert immer nur eine dritte Seite. Schon hat die AfD Solingen auch ein "Konzept" wie sie solche Vorfälle nach der nächsten Kommunalwahl lösen will.

Neu sind diese Vorfälle allerdings nicht. Gewalt und grenzwertige Übergriffe gab es auch schon in den 1960er Jahren im Freibad Schellberg. Da waren es deutsche "Großfamilien" aus den sozialen Brennpunkten der Stadt. Damit ist der aktuelle Trend aber nicht entschuldigt. An geltendes Recht hat sich jeder zu halten. Nur wir sollten sachlicher damit umgehen.

 

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