EIN GiGANTISCHER EINGRIFF

Politik mit Abrissbirne
Ein gigantischer Eingriff

Solingen/wie bekannt plant Straßen.NRW den A 3 Ausbau auf 4 Fahrspuren in beide Richtungen. Betroffen sind die Gebiete zwischen Hilden und Opladen mit einer Streckenlänge von  15 Kilometer.
Hier ist also auch Solinger Gebiet in Ohligs, Ohligser Heide, betroffen. Der genaue Verlauf, es stehen 5 Alternativen zur Auswahl, befindet sich aktuell in der Planung. Offen im Raum stehen in dieser Region folglich dieser Ausbau der A 3, ein Neubau der Raststätte Ohligser heide und der Zubringer B 229n als Verlängerung der Viehbachtalstraße. Es handelt sich hierbei um nicht unumstrittene Projekte die auch unabhängig voneinander als Planung existieren. Zum Teil sind die Komplexe schon auf dem Weg.

Die solinger-rundschau sprach die Stadtverwaltung an, die wie folgt Stellung nahm:"Straßen NRW bringt soeben erste Verfahrensschritte  auf den Weg gebracht. Die politischen Gremien in Solingen werden sich erst nach der Sommerpause mit dem Thema beschäftigen können, eine Bewertung der Stadt liegt noch nicht vor. Es gibt viele Aspekte zu diskutieren und zu berücksichtigen - von Naturschutz bis zu  Vorteilen für den Verkehrsfluss."

Für die Kreisgruppe des BUND Solingen teilte Frau Sibylle Hauke als Kreisgruppensprecherin unserer zeitung gegenüber mit:"auch die Solinger Kreisgruppe des BUND sieht den Ausbau der A3 zwischen Leverkusen und Hildener Kreuz sehr kritisch und lehnt ihn ab. Wir sehen nicht die Notwendigkeit des Ausbaus, da es in diesem Teilstück der Autobahn nicht (oder nur äußerst selten bei Unfällen) zu Staus oder verdichtetem Verkehr kommt. Eine nochmalige Überprüfung der Verkehrsdichte, die überzeugend die langfristige  Notwendigkeit des Ausbaus nachweist, ist von Straßen. NRW nicht vorgesehen, wird von uns aber als unbedingt notwendig angesehen. Auch ein Nachdenken über alternative Verkehrskonzepte ist nicht geplant.
Das Teilstück der A3- Erweiterung auf Solinger Stadtgebiet ist nach unserer Meinung besonders kritisch, da es das FFH-Gebiet (europäisches Naturschutzgebiet) Ohligser Heide auf der Ostseite betrifft und das Naturschutzgebiet Krüdersheide/ Götsche durchschneidet, außerdem Landschaftsschutzgebiete. Es wird damit in sehr sensible und schutzwürdige Gebiete auf langer Strecke eingegriffen.
Wir werden daher ebenfalls unsere Ablehnung in Stellungnahmen deutlich machen und Bürgerinnen und Bürger entsprechend informieren."

Die LINKE hat sich zur Sache unserer Zeitung gegenüber auch schon geäußert:"Mehr Straßen erzeugen mehr Verkehr! Die A 3 entlang der Ohligser Heide soll zwischen Hilden und Opladen auf einer Länge von 15 Kilometern auf acht Spuren ausgebaut werden. Dazu Hat der Landesbetrieb Straßenbau (Straßen-NRW) jetzt eine erste Anhörung der Naturschutzverbände durchgeführt. Das Ergebnis ist eindeutig: Hier wird ein maßgeblicher Eingriff in Natur und Lebensraum von Anwohnern geplant. Wohlgemerkt, es handelt sich nicht um die gerade stattfindenden Fahrbahndeckenerneuerungen, die derzeit mit großen Belastungen verbunden sind. Der Ausbau ist für die Zwanzigerjahre im Rahmen des Bundesverkehrsplanes 2030 geplant.
Damit nicht genug, ist eine Vergrößerung des Parkplatzes an der Raststätte Ohligser Heide in Planung.
DIE LINKE sieht hier grundsätzliche Belange der Verkehrspolitik tangiert. Wir sehen die Lösung des zunehmenden Individual- und Güterverkehrs nicht auf der Straße. Neue und breitere Straßen lösen nicht die Probleme sondern schaffen neue.
Die Erfahrung zeigt, wenn die neuen Straßen fertig sind, hat der Verkehr dermaßen zugenommen, dass die Menschen schon wieder im Stau stehen.
Wir brauchen ein Umdenken. Weg von der Straße, hin zur Verlagerung auf die Schiene; weg vom Individualverkehr, hin zum Ausbau des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV).
Deshalb unterstützen wir die Pläne, die Bahnstrecke entlang der A 3 um ein Gleis und zusätzliche Haltepunkte zu erweitern.
DIE LINKE unterstützt den Kampf der Anwohner und Naturschützer im Kampf gegen die Erweiterung der A 3," so der Kreissprecher Erik Pieck.


Die angefragten Stellungnahmen weiterer Solinger Politiker stehen noch aus.

Foto Henning Nied

Text Peter Nied

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