Die Zeit der Saubermänner

Die Zeit der Saubermänner
ein Kommentar von Peter Nied

Und wieder einmal startet die Obrigkeit einen erneuten Versuch Ruhe in den Dom zu bekommen. Eine neue Straßenordnung muss unbeding her. Und es gibt, so dürfen wir vernehmen, einen Handlungsbedarf. Ruhe und Ordnung sind ja gut und schön. Ich bin auch dafür, ganz ohne Zynismus. Aber die Begründungen und Fakten wie und wo es greifen soll die lassen die ganzen Angelegenheit dann wieder zu einer konservativen Farce werden. Wer nicht zur Tapete passt, wird vorläufig festgenommen?

Gruppenbildung soll verboten werden und Straßenmusiker sollen reglementiert werden. Entweder will man hier Zustände wie im Mittealter oder wie in Nordkorea. Wen stören denn wirklich Straßenmusiker? Sind die eine echte Gefahr für die öffentliche Ordnung? Und wer gehört zu einer Gruppe? Wann wird welche Gruppe zur öffentlichen Gefahr? Ist die eine Gruppe noch akzeptabel und plant die andere Gruppe den ultimativen Staatsstreich? Ist wieder Ruhe des Bürgers erste Pflicht? Ist das betreten des Rasens wieder verboten?

Ich denke, da wollen sich einige Zeitgenossen ihrem Klientel anbiedern und spielen die Ordnungshüter. Und wer dagegen schreibt oder redet verhält sich politisch nicht korrekt. Ich möchte auf jeden Fall keine Straßenordnung dieser Art und wünsche mir auch kein bürgerliches Blättchensystem. Man muss es nicht immer allen Recht machen.

Merke: Everybody's Darling is everybody's Depp

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