Flüchtlingsarbeit mit Fragezeichen

Solingen/Peter Nied - Da kommt unerwarteter Besuch auf den Freitag und es fehlt die Möglichkeit die Leute unterzubringen. Eigentlich ein Normalfall im Alltag, aber die aktuelle
Sache gestaltet sich wesentlich komplizierter. Es geht um zehn geflüchtete Albaner, darunter zwei Kinder. Der Personenkreis war bereits schon einmal mit abgelehnten
Asylbewerbungen ausgewiesen worden.

Es geht hier auch überhaupt nicht um die rechtliche Seite, es geht um die organisatorische Abfolge die sich in Solingen als absolut nicht haltbar darstellt. Frau Saskia Frings hat an
besagtem Freitag mehrfach bei Behörden persönlich vorgesprochen und den ganzen Tag über mit amtlichen und ehrenamtlichen Stellen telefoniert. Schließlich bleibt am Schluss

nur noch eine "Alternative": Die Stelle für Obdachlose Mitbürger, aber dort hätte man dann für die Albaner sieben Obdachlose auf die Straße setzen müssen. Das wollte die Flüchtlingshilfe jedoch auch nicht.

Am Abend machte sich die Familie dann auf den Weg nach Köln. Dort übernachtete die ganze Familie im Hauptbahnhof. Zu bemängeln ist bei diesem Vorfall auf jeden Fall, dass eine Großstadt wie Solingen organisatorisch nicht in der Lage scheint, eine Familie mit kleinen Kindern über ein Wochenende in eine Notunterkunft zu vermitteln. Zwar hätte sich am Montag die Sache zuungunsten der Familie geklärt aber den Bahnhof ohne Möglichkeit von Bett und Dusche hätte man vermeiden können.


Über den Hintergrund der früheren Ausweisung berichten wir in Kürze. Da zogen sich nicht bearbeitete Unterlagen und Ablehnungen von Solinger Behörden bis zum Auswärtigen Amt bis hin zum deutschen Konsulat in Tirana.
 

Foto Nied

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