Das Problem: Krätze in Solingen

Solingen/von Peter Nied - Krätze ist und bleibt auch in Solingen ein Thema. Wieder einmal machte die Flüchtlingshilfe Solingen auf einen Fall von Krätze aufmerksam. Aktuell handelt es sich um einen Obdachlosen jungen Mann. Unsere Zeitung stellte Anfragen an das Gesundheitsamt Solingen und das zuständige Ministerium in Düsseldorf.

Die Antwort der Solinger Pressestelle, nach Rücksprache mit dem Gesundheitsamt, bestätigt und stützt alle Fakten zu diesen Krankheitsfällen, hilft
jedoch nicht richtig weiter. Immer wieder zitiert die Pressesprecherin, dass Einzelfälle nicht meldepflichtig sind und eine Salbe helfen würde. Auch machte man uns darauf aufmerksam, dass Unterkünfte für Obdachlose durchaus Duschen hätten. Besagter Krätzefall lebt aber nicht in einer Unterkunft. Dazu heißt es, ohne Meldepflicht könne man den Mann nicht erreichen. Dass vermehrt in Solingen lebende Geflüchtete von Krätze betroffen seien wird in Abrede gestellt bzw. sei nicht bekannt. Auch hier verweist die Stadt wieder auf die nicht vorhandene Meldepflicht. Die Flüchtlingshilfe widerspricht dem, dass vermehrte Fälle nicht bekannt seien. Von Zuweisung und Bitte um Abhilfe auf der einen Seite bis zu Abrede und Verweis auf Meldepflichten auf der anderen Seite geht die rasant vermehrende Krankheit Skabies jedoch nicht weg. Zudem kommt auch noch die fehlende offene Kommunikation ins Spiel. Betroffene Menschen sehen verschämt immer noch die Schuld bei sich und fehlender Hygiene.


Das Gesundheitsministerium in Düsseldorf war im Solinger Fall auch keine große Hilfe. Die Stellungnahme der Pressestelle beschränkte sich auf Tipps und ging auf unsere Anfrage nur oberflächlich ein. Fakt ist aber, dass hier gehandelt werden muss. Es kann nicht sein, dass Institutionen den schwarzen Peter von sich weg schieben während die Betroffenen sich sprichwörtlich in den Wahnsinn jucken. Das Problem muss gemeinsam und zeitnah behandelt werden.


Foto: Saskia Frings

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