Neue Wege der Trauer finden

Solingen/Peter Nied -  Diesen Weg kann uns niemand abnehmen und doch müssen wir ihn alle gehen. Der letzte Weg mit unseren Lieben, die Beisetzung.
 
Der Tod ist etwas Direktes. Jedoch die Trauer, der Ort der Trauer, wird uns vom Staat vorgeschrieben. Viele Menschen wünschen sich eine andere Art der Beisetzung, aber die Bestattung ist im Bestattungsgesetz der Bundesländer geregelt. Beisetzung auf See oder dem Friedhof ist längst nicht mehr der Wunsch aller Hinterbliebenen.
Ingrid Hoerner aus Mönchengladbach steht aktuell wieder im Fokus der Öffentlichkeit. Die Dame hatte vor vielen Jahren einen nicht ganz gesetzeskonformen Weg gefunden, die Trauer anders zu bewältigen. Man kann schon seine Verstorbenen ganz nah bei sich haben. Die Urne auf dem Rand des Kamins oder auf dem Bücherregal. Man kann die Oma im eigenen Garten vergraben oder die Asche selbst verstreuen.

Frau Hoerner beschrieb uns den Weg zu mehr Selbstbestimmung. Demnach gibt es viele Bestattungsunternehmen in Deutschland, die den Verstorbenen in einem nahen Krematorium verbrennen lassen und die Asche, zum Verstreuen in einem Friedwald, in die Niederlande bringen. Dort ist das nämlich erlaubt. Mit Absprache der Hinterbliebenen holt dann jedoch Frau Hoerner die Asche wieder nach Deutschland, die Niederländer dürfen die Asche nach dortiger Rechtsprechung aushändigen und gibt sie an die Hinterbliebenen weiter.
Der Verband deutscher Bestattungsunternehmer ist gegen diese Praxis und die Rechtsprechung verbietet es. In Bewegung kommt der Komplex aber erst durch eine Strafanzeige. Negative Erfahrungen sind Frau Hoerner jedoch nicht bekannt, wie sie unserer Zeitung gegenüber äußerte: "Schamottestein sowie Deckel der Aschenkapsel kommen immer mit nach Hause, sollten nicht bei der Asche direkt zu finden sein.”

Die Kosten für eine solche Form der Bestattung seien im wesentlich niedriger als eine übliche Bestattung.

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