Neuer Wein in alten Schläuchen

ein Kommentar von Henning Paul

Nach der Europa Wahl dürfte wohl auch das konservative Lager den Knall gehört haben. Alle wollen jetzt Umweltschutz. Alle? Nein, nicht alle. Es gibt ein Städtchen im Bergischen Land, da werden wieder die umweltschädlichen Argumente aus dem Sack geholt.

 Der Ausbau der A3 auf das doppelte der Bahnen und der gewünschte und abgelehnte Zubringer sind wieder erbitterter und zugleich unsachlicher Gegenstand von Halbwahrheiten. Eine Lösung für die Zukunft und zugunsten der Umwelt ist hier gar nicht gefragt. Anstatt den ÖPNV, vor allem die Bahn, zu fördern und für Nutzer wirklich nutzbar zu machen, setzt man auf die Autobahn. Eines der Argumente der Befürworter ist die Wirtschaft. Wie viel Unternehmen haben denn Solingen in den letzten 20 Jahren verlassen? Und warum? Für den Zubringer ist man bereit eine der ältesten Hofschaften der Stadt zu zerstören. Hinein in ein Gebiet von Feldern und Wäldern. Vorbei an einer Wohnsiedlung und an einer Kirche mit Friedhof. Und weiter in Langenfelder Waldgebiet bis auf die Autobahn. Wouh, welch ein Gewinn für die Umwelt. Und nun befassen wir uns einmal mit der Verbreiterung der A3. Das soll in Hilden beginnen und in Opladen enden. Es sind ganze 15 Kilometer. Betroffen sind Teile der Heide. Von einem Schlauch in eine große Blase und wieder in einen Schlauch. Welch ein zweifelhafter Gewinn.

Sieht so die Zukunft eines umweltfreundlichen Verkehrs aus? Wer eine umweltfreundliche Zukunft will, für den sind Ausbau der A3 und Zubringer eine Sackgasse.

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Kommentare: 1
  • #1

    Ernst-Friedrich Breuhaus (Freitag, 14 Juni 2019 08:44)

    So sieht das aus, wenn die FDP mitregiert. Es gibt gutbezahlte Aufträge für den "Mittelstand".