Corona: Stadt startet Reihentests


Corona: Stadt startet Reihentests

Solingen/Ergebnisse fließen in wissenschaftliche Studie ein

In dieser Woche starten die angekündigten Reihentestungen auf das neue Corona-Virus (SARS-CoV-2), die in den nächsten Wochen in allen stationären Alten- und Pflegeeinrichtungen in Solingen durchgeführt werden. Das Virus verursacht die Lungenerkrankung COVID-19, die vor allem bei älteren und vorerkrankten Personen einen schweren Verlauf nehmen kann. „Wir alle haben gelernt, dass wir bestimmte Regeln einhalten müssen, damit das soziale und gesellschaftliche Leben in Corona-Zeiten schrittweise wieder aufleben kann. Jetzt geht es darum, trotzdem vor allem die Menschen zu schützen, die besonders gefährdet sind. Deshalb arbeiten wir präventiv und können frühzeitig wirkungsvoll eingreifen, sollte es nötig sein,“ erläutert Sozialdezernent Jan Welzel.

Insgesamt sind in den kommenden Wochen rund 4000 Tests in 30 Einrichtungen geplant. Abhängig davon, in welchen Häusern gerade getestet wird, werden dabei bis zu 600 Abstriche pro Woche von Bewohnerinnen und Bewohnern sowie von Mitarbeitenden genommen und ausgewertet. Die Aktion startet aus logistischen Gründen in den größeren Häusern. Getestet wird grundsätzlich an zwei Tagen, immer montags und dienstags - in dieser Woche am Montag in Ohligs im St. Lukas-Pflegeheim (160 Tests) und am Dienstag im St. Joseph Altenheim (220 Tests).

Zwei Test-Teams sind unterwegs mit jeweils acht Testern, einem Arzt und einer Verwaltungskraft. An zwei Wochentagen nehmen sie die erforderlichen Abstriche, an den anderen Tagen wird ausgewertet und dokumentiert. Nach zwei Tagen liegt das Ergebnis vor und wird den Getesteten zugeschickt. Ist es positiv, meldet sich das Gesundheitsamt unverzüglich und leitet alle notwendigen Schritte ein.

Zehn Tage vor dem Termin werden die Einrichtungen schriftlich informiert. So bleibt genügend Zeit, damit auch die notwendigen Einverständniserklärungen eingeholt werden können, denn die Teilnahme ist immer freiwilligt. Am Freitag vorher findet eine Ortsbegehung statt. Dabei wird der Ablauf im Detail geklärt.

Einen ersten Probelauf gab es in der vergangenen Woche bereits im Theodor-Fliedner-Haus. Dort wurden 57 Tests durchgeführt bei insgesamt 69 Meldungen. Gefehlt haben vor allem Mitarbeitende, die gerade im Urlaub oder in der Freizeit waren. „Aber einige sind trotzdem extra gekommen“, berichtet Timo Trampert, der für das Gesundheitsamt die Testteams leitet und auch eine Studie zur Reihentestung begleitet. Der junge Arzt ist sehr zufrieden mit der Resonanz: „Wir stoßen auf große Akzeptanz und sind optimistisch, dass es eine sehr rege Beteiligung gibt. 70 bis 80 Prozent wären gut“. Die gute Organisation der Abläufe sei bereits im Testlauf gelobt worden. 

Die Serien-Tests bringen nicht nur Sicherheit für die Getesteten und ihr Umfeld, sondern dienen auch der wissenschaftlichen Forschung rund um COVID-19: Die Ergebnisse fließen ein in eine Studie, die der Stadtdienst Gesundheit in Zusammenarbeit mit der Lungenfachklinik Bethanien durchführt. Auch dabei ist die Teilnahme freiwillig. Ziel ist es, das Auftreten latenter Infektionen zu erfassen und Aufschluss zu erhalten über mögliche Ansteckungswege und die Wirksamkeit von Hygienemaßnahmen. Daten und Untersuchungsergebnisse werden dafür pseudonymisiert erfasst und ausgewertet.

Auf den akuten Corona-Ausbruch im Sen-Vital Seniorenpark am vergangenen Wochenende war die Stadt trotz laufender Reihentestungen gut vorbereitet. Unverzüglich wurde ein drittes Team zusammengestellt aus Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Stadt, der Lungenfachklinik Bethanien und des DRK. Sie führten dort die notwendigen Tests durch. Auch bei der weiteren Organisation wird das aktuelle Ausbruchsgeschehen immer mit berücksichtigt. Bei den Reihentestungen stehen in der nächsten Woche die drei Häuser des Seniorenzentrums Bethanien auf dem Plan, am Montag Haus Ahorn mit 220 Tests, am Dienstag die Häuser Buche und Eiche mit insgesamt rund 290 Tests. Bei Bedarf wird der Ablauf angepasst.

PM Stadt Solingen

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