
max-leven-zentrum informiert
Solingen/Sonntag, 22. August 2021 um 15.00 Uhr
im Ratssaal des Zentrums für verfolgte Künste
Ein Telegramm aus dem Jahr 1943 war für Dirk Rotthaus Ausgangspunkt für die Recherche über den Euthanasie-Mord an seinem Großvater Carl Paul Rotthaus, der in der Behindertenanstalt Ecksberg in
Bayern verhungerte. Das Telegramm teilte seiner Mutter in Kurzform mit, dass der an Epilepsie leidende Schwiegervater verstorben sei. Die Todesursache war von der Familie nie hinterfragt worden,
obwohl sich die Angehörigen lange Zeit noch selbst zu Hause um den kranken Vater gekümmert hatten, bis seine Anfälle eine Rund-um-die-Uhr-Betreuung erforderlich machten. Dirk Rotthaus vollzieht
den Leidensweg des Kriegsveteranen nach, dessen Verwundung aus dem Ersten Weltkrieg die Epilepsie ausgelöst hatte, und deckt damit ein Kapitel der NS-Verbrechen auf, das noch immer nicht
vollständig aufgearbeitet ist.
Nach einer kurzen Einführung zum Thema „Euthanasie und Zwangssterilisation in Solingen“ durch den Historiker Armin Schulte stellt Dirk Rotthaus die Geschichte seines Großvaters in einer
Präsentation vor.
Der Eintritt zum Vortrag ist ab 14.30 Uhr frei. Wer vorher noch die Ausstellung „… und laut zu sagen: Nein.“ ansehen möchte, muss den regulären Eintritt zahlen (Erw. 9,00 EUR, erm. 4,50 EUR,
unter 18 Eintritt frei). Adresse: Wuppertaler Str. 160, 42653 Solingen. Anmeldung unter: info@verfolgte-kuenste.de
https://max-leven-zentrum.de/enkel-erzaehlt-von-carl-paul-rotthaus-opfer-der-euthanasie/5704/
Foto: Carl Paul Rotthaus (rechts) mit Sohn Paul, Schwiegertochter Hanni und Enkel Dirk bei einem Besuch in der Anstalt Hausen Ende Mai 1943, Quelle: Dirk Rotthaus
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