
Das Ticket vor dem Start
Für 49 Euro im Monat bundesweit Nahverkehr nutzen
DeutschlandTicket – Erfolgreicher Verkaufsstart im VRR
Ab dem 1. Mai können Fahrgäste mit dem DeutschlandTicket für 49 Euro im Monat den
Nahverkehr in ganz Deutschland nutzen. Der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) ist
zuversichtlich, dass das Ticket erfolgreich ist und es die Fahrgäste neben der
deutschlandweiten Gültigkeit durch seine Einfachheit überzeugt. Seit Anfang April
läuft im VRR der Vorverkauf des DeutschlandTickets, das als digitales Abo-Ticket per
Smartphone-App oder auf Chipkarte erhältlich ist. Der VRR hat in den vergangenen
Monaten gemeinsam mit seinen Partnern im Verbundraum und auf politischer Ebene
die Einführung des DeutschlandTickets intensiv vorbereitet. Aus Sicht der Beteiligten
trägt das Ticket zur Stärkung des umwelt- und klimafreundlichen öffentlichen Ver-
kehrs bei.
„Wir verstehen das DeutschlandTicket als historische Chance, die traditionelle Tarifstruktur
zu vereinfachen und als einen weiteren Treiber der Digitalisierung“, sagt VRR-Vorstand José
Luis Castrillo. „Der Startschuss am 1. Mai bedeutet einen Meilenstein für die Umsetzung der
Verkehrswende. Wir möchten damit mehr Fahrgäste für den öffentlichen Nahverkehr begeis-
tern.“
Etwa 95 Prozent der von den Verkehrsunternehmen im Verbundraum angeschriebenen Abo-
Kund*innen haben sich für eine Umstellung ihres bisherigen VRR-Abos in das Deutschland-
Ticket entschieden. „Gerade im Bereich der FirmenTickets ist der Umstellungsprozess noch
nicht abgeschlossen, sodass wir eine abschließende Zahl der DeutschlandTicket-Nutzer*in-
nen noch nicht nennen können. Wir gehen davon aus, dass sich in den nächsten Tagen und
Wochen sicherlich noch einiges bewegen wird. Erfreulich aus unserer Sicht sind die gut
90.000 Neukund*innen, die in der Vergangenheit kein Abonnement hatten“, sagt José Luis
Castrillo.
80 Prozent der Neukund*innen werden das DeutschlandTicket auf Chipkarte nutzen, 20 Pro-
zent haben das DeutschlandTicket digital über die jeweiligen Apps gekauft. „Damit wird das
DeutschlandTicket viermal häufiger über digitale Kanäle verkauft als sonstige Tickets“, sagt
José Luis Castrillo.
Insgesamt rechnet der Verbund mit 700.000 Kund*innen, die das DeutschlandTicket mehr
oder weniger dauerhaft nutzen werden.
Mit der Entwicklung von zielgruppenspezifischen Angeboten für das DeutschlandTicket sind
die Verbünde und Tarifgemeinschaften mit dem NRW-Ministerium für Umwelt, Naturschutz
und Verkehr (MUNV) in enger Abstimmung. Das Ziel aller ist es, bundesweite Lösungen für
jegliche Zusatznutzen zu erreichen, was ein zukunftsweisendes Signal in Richtung der Fahr-
gäste wäre.
Zusatznutzen beim VRR und in NRW werden neu geordnet
Mit der Einführung des DeutschlandTickets wird der VRR ein Fahrrad-Monatsticket und -A-
boticket für 29 Euro anbieten, das im Verbundraum gilt. Ab dem 1.Juli 2023 wird zudem ein
NRW-Fahrradticket für 39 Euro je Monat – vorbehaltlich der Zustimmung der regionalen Gre-
mien der Tarifverantwortlichen in NRW – angeboten.
Für die Nutzung der 1. Klasse bietet der VRR ein Monats- und Aboticket zum einheitlichen
Preis von 46 Euro pro Monat an. Es ermöglicht die VRR-weite Nutzung der 1. Klasse in Nah-
verkehrszügen im VRR und gilt in Verbindung mit dem DeutschlandTicket oder einem ande-
ren VRR-Aboticket. Ausgenommen sind Inhaber*innen von SchokoTickets, YoungTicket-
PLUS und SemesterTickets.
Wie beim NRW-Fahrradticket soll es ab dem 1. Juli 2023 ein 1. Klasse-Aboticket auch für
ganz NRW für 69 Euro pro Monat geben. Auch dem müssen die regionalen Gremien der Ta-
riforganisationen zustimmen. Bei Fahrten über die Landesgrenzen hinaus ist die Nutzung der
1. Klasse nicht möglich.
Auswirkungen auf Tarifstruktur
Auch im Bereich Schoko-, Semester- und SozialTicket ergeben sich Anpassungsbedarfe.
Für den Schülerverkehr ist geplant, ab dem Schuljahr 2023/2024 den Preis für ein SchokoTi-
cket auf Basis des DeutschlandTickets zu reduzieren. Allerdings müssen hier zwischen den
betroffenen Landesministerien und den kommunalen Spitzenverbänden verbindliche Verein-
barungen getroffen werden. „Unser Ziel ist, dass der Schülermarkt zukünftig dauerhaft vom
DeutschlandTicket profitiert. Für uns ist es wichtig, den bürokratischen Aufwand für alle Be-
teiligten zu reduzieren“, sagt José Luis Castrillo, „dazu tauschen wir uns mit unseren Part-
nern in NRW – dem Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Verkehr (MUNV), den Nach-
barverbünden, dem Städte- und Landkreistag sowie dem Städte- und Gemeindebund zurzeit
intensiv aus.“
Für Studierende bleibt das NRW-Solidarmodell des SemesterTickets mit landesweiter Gültig-
keit vorerst bestehen. Zusätzlich können Studierende im VRR die deutschlandweite Fahrtbe-
rechtigung für einen Aufpreis in Höhe von 12,33 Euro flexibel monatlich hinzubuchen. Ab
2024 soll auf Landes- oder Bundesebene ein überarbeitetes Solidarmodell umgesetzt wer-
den.
Der VRR unterstützt eine DeutschlandTicket-Lösung für alle SozialTicket-Kund*innen in
NRW. Dazu hat der VRR einen Grundsatzbeschluss gefasst. Wie in der Vergangenheit, gilt
das Ticket auch für Empfänger von Wohngeld. In diesem Rahmen sind ebenfalls Lösungen
in der Diskussion, die voraussichtlich im Herbst des Jahres umgesetzt werden. Ein finaler
Preis wird NRW-weit einheitlich mit allen Partnern abgestimmt.
Mit Start des DeutschlandTicket wird gleichzeitig auch das „DeutschlandTicket Job“-Modell
eingeführt: Bei einem Arbeitgeberzuschuss von 25 Prozent oder mehr auf den Ausgabepreis
von 49 Euro gewähren Verkehrsunternehmen einen Abschlag von fünf Prozent auf den Aus-
gabepreis. Für die Kund*innen ergibt sich hierdurch ein Endpreis von 34,30 Euro pro Monat
oder weniger. Die Regelung gilt auch für Auszubildende in einem Unternehmen.
Der Zugang zu Bus und Bahn ist mit dem im Dezember 2021 gestarteten landesweiten elekt-
ronischen Tarif „eezy“ gerade für Gelegenheitskund*innen interessant.
Seit seiner Einführung haben sich knapp 600.000 Nutzer*innen allein in den VRR-Systemen
registriert. Bis Anfang April 2023 unternahmen Nahverkehrskund*innen über eine Million
Fahrten mit dem digitalen Tarifangebot über die VRR App und über die Apps der Verkehrs-
unternehmen im VRR. Ab Mai zahlen Fahrgäste pro Kalendermonat nie mehr als 49 Euro
pro Monat.
„Mit „eezy“ haben wir in NRW ein hochattraktives landesweit gültiges Angebot für Gelegen-
heitskund*innen, das eine wesentliche zukunftsgerichtete und digitale Tariflösung darstellt“,
so José Luis Castrillo. „Auf Landesebene arbeiten alle Beteiligten zusätzlich an einer weite-
ren Vereinheitlichung und Vereinfachung der eezy-Tarife. Und wir sollten auch den Mut auf-
bringen, über ein bundesweites eTarif-Modell nachzudenken und dieses auf den Weg zu
bringen.“
DeutschlandTicket als Teil der Mobilitätswende
Um allen Menschen langfristig den Zugang zu öffentlicher Mobilität zu sichern, braucht es at-
traktive und bedarfsgerechte Leistungen, digitale Angebote und Services, moderne und bar-
rierefreie Infrastruktureinrichtungen und Fahrzeuge mit sauberen, emissionsarmen Antriebs-
technologien und einfache Tarifstrukturen. Mit dem DeutschlandTicket ist ein erster Schritt
getan. Bund und Länder hatten für das DeutschlandTicket einen Kompromiss bei der Finan-
zierung gefunden. Beide Seiten stellen jeweils 1,5 Milliarden Euro für das DeutschlandTicket
zur Verfügung und haben sich auf die Übernahme möglicher Mehrkosten für das Jahr 2023
verständigt, sollten die Mittel nicht ausreichen.
„Diese Maßnahmen zur Finanzierung des DeutschlandTickets sind grundsätzlich begrüßens-
wert. Noch ungeklärt ist, wie Kostensteigerungen bei den kommunalen Bestandsverkehren
oder gar Leistungsausweitungen gestemmt werden können. Damit bleibt eine
Finanzierungslücke in der bereits angespannten Situation bestehen. Das Risiko eines höhe-
ren Verlustes ab dem Jahr 2024, der über die zwischen Bund und Ländern vereinbarten Mit-
tel hinaus geht, liegt aktuell komplett bei den Kommunen. Insofern ist es für die Umsetzung
des DeutschlandTickets notwendig, dass sich der Bund und die Länder auf eine Regelung
zur Finanzierung möglicher Mehrkosten über das Jahr 2023 hinaus verständigen und früh-
zeitig gesetzliche Rahmenbedingungen schaffen“, sagt José Luis Castrillo.
Kommentar schreiben